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Besuch bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

Thilo Schüle WGI 13

SGG / TG / WG

Passend zur aktuellen Unterrichtseinheit "Geldtheorie und Geldpolitik " besuchte die Klasse WGI 13/3 am Freitag, den 27. September 2019 die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main. Früh um 6.30 Uhr ging es deshalb mit dem ICE Richtung "Mainhattan" und nach einer reibungslosen Hinfahrt konnte sich das WGI dem anstehenden Security-Check stellen.

Doch bereits zu diesem Zeitpunkt wurde das Europamotto "United in Diversity" auf die Probe gestellt: So wurde einem Schüler aufgrund seines Ausweisdokumentes zunächst der Eintritt verwehrt. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, konnten sich schließlich alle Schülerinnen und Schüler der Präsentation "The European System of Central Banks (ESCB) and the Eurosystem" des Referenten, einem langjährigen Mitarbeiter und Experten der EZB, widmen. Dieser startete zunächst einmal in Lehrermanier und befragte das Publikum nach seinem Wissen zur EZB und zur Geldpolitik.

Top 1 des Vortrages "The system and its decision making bodies" beinhaltete Erläuterungen zum „European System of Central Banks“ und dem Eurosystem. So besteht das ESCB aus allen 28 EU-Mitgliedstaaten, wohingegen der Euro als Währung von bisher nur 19 Staaten angenommen wurde. Das längst „euroreife“ Schweden hat es z.B. mit der Euro-Einführung nicht so eilig. Auch die Anteile der einzelnen Länder an der EZB, die damit verbundene Stimmverteilung, das vorrangige Ziel der EZB, die Preisstabilität, und Aufgaben und Gewinnerwirtschaftung wurden näher erläutert.

Als nächstes stand Top 2 "The decision making processes" auf der Tagesordnung und beleuchtete die Strukturen der EZB als ein dezentrales System mit rund 2000 Mitarbeitern. Unterteilt wird der Verwaltungsapparat in das Executive Board (Direktorium), dem Governing Council (EZB-Rat) und dem General Council (Erweiterter Rat).

Begleitet wurde der Vortrag von interessanten Details wie dem Altersdurchschnitt der Gremien (65+!!!), den nicht willkürlichen Sitzordnungen, Geheimhaltungsfristen (30 Jahre) und dem Rotationsprinzip für Diskussionen und Abstimmungen.

Abschließend (Top 3) präsentierte der EZB-Experte noch das 2014 gegründete Supervisory Board, auch Aufsichtsgremium genannt, welches für die Bankenaufsicht der 115-130 größten Banken im Eurosystem zuständig ist.

Und was war nun die wichtigste „Message“ des Vortrages?

Wissen ist Millionen wert! Also Ohren auf bei der nächsten EZB-Rat-Sitzung, denn Informationen über Beschlüsse bezüglich der Geldpolitik sind wahrhaft „Gold wert“.

Abgerundet wurde der Aufenthalt bei der EZB schließlich durch eine Shoppingtour entlang der imposanten Skyline der Frankfurter Innenstadt und einer überaus spannenden Heimfahrt: Durch eine Oberleitungsstörung im Großraum Frankfurt war eine Rückfahrt mit dem ICE erst zwei Stunden später als geplant möglich. Wenigstens gab es als „Trostpflaster“ einen 2 € - Bordbistro-Gutschein und ein Täfelchen Schokolade mit der Aufschrift „Lieblingsgast“.

An dieser Stelle nun ein herzliches Dankeschön an Frau Wagenblast für das Organisieren und Koordinieren der Exkursion vor Ort.